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Die
Havel
Man kann sich nicht für alles engagieren, aber mir
liegt das gerade persönlich am Herzen:
Der untere Teil der Havel soll ausgebaut werden, was den Tod
für zahlreiche
riesige
Biotope und seltene Tier- und Pflanzen- arten bedeutet, ein
höheres
Hochwasserrisiko und das Ver- schwenden von 2,3 Milliarden
Steuergeldern - was unfassbar ist, wenn man bedenkt, dass der Ausbau
bewiesenermaßen wirtschaftlich gar nicht gebraucht wird!
Momentan
gibt es nur eine Kampagne, die den Baubeginn verhindern kann. Dazu wird
Ihre Mithilfe benötigt.
Auf www.stopp-havelausbau.de
kann man sich unter 'Fluss- retter werden' eintragen.
Ich weiß, Umweltschutz ist langweilig,
unspektakulär. Es gibt keine Bilder von hungernden
Kindern mit großen Rehaugen, von Massentrauer oder Menschen in
Straßengräben. Umwelt- schutz ist das Dach über unserm
verlängerten Wohnzimmer. Wohnzimmer kaputt.

Hintergrund-Informationen:
Seit
1992 ist dieses 'Projekt 17 Deutsche Einheit' in Planung.
Zwischenzeitlich
gab es ein paar Kampagnen von Umweltver- bänden, die das
Bauvorhaben
verzögern konnten, doch jetzt wird es einfach fortgesetzt!
Zum
Ökosystem: Fast kein Fluss fließt noch in Mäandern, mit
natürlichen Auen, deren Flora und Fauna davon abhäng- en,
dass
sie jahreszeitlich bedingt überschwemmt werden. Ein Flussausbau
ist
eine komplexe Sache. Abgesehen von Lebensräume zerstörenden
Uferbefestigungen,
sorgt eine tiefere Fluss-Sohle dafür, dass uns der Fluss im
wahrsten
Sinne das Wasser abgräbt. Des Weiteren sind Überschwem-
mungen
in einem ausgebauten Fluss viel extremer und weni- ger kontrollierbar.
Jeder erinnert sich an das schlimme Elb- hochwasser von 2002. Mit
Ausbau
der Havel verliert die Elbe ihr letztes Rückflussbecken. Ich
möchte
mir ein nächstes Hochwasser nicht ausmalen.
Nun
sollen auch Havel und die restliche Spree zu einer Tiefe von 4 m
ausgebaggert
werden, damit dort auch die größten
Großmotor-Güterschiffe
fahren können. Normalerweise gibt es bei so einem Projekt zuerst
eine
Notwendigkeit, dann wird an das Amt ein Antrag gestellt. Hier gab es
vom
Wasser- und Schifffahrtsamt den Auftrag „Angleichung Ost an West“, an
dem
sich lediglich Wasserbau-Unternehmen dumm und dämlich verdienen.
Die
Prognosen für ein Wachstum der Schifffahrt waren damals einfach
aus
der Luft gegriffen, denn heute weiß man: der Ausbau von Havel und
Spree wird wirt- schaftlich gar nicht gebraucht! Davon abgesehen, dass
zwei parallel laufende Eisenbahnstrecken nicht ausgelastet sind, ist
ein
Schiff nicht ökonomischer als ein LKW, auch wenn das allgemein
angenommen
wird.
Für
2008 ist nun das endgültige Baggern und Roden geplant.
Noch
können wir handeln.
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